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"Rheinische Vielfalt und Kreativität zeichnen unseren Kirchenkreis aus und geben ihm sein unverwechselbares Gesicht. So wie Paulus Kirche beschreibt: Ein Geist und viele Gaben."

Markus Zimmermann


Kölner Diakonie schickt Smoker auf die Reise

Brot backen und teilen zur Feier des Reformationsjahres

Anna Keul steckt den Brotteig in den Smoker
Anna Keul steckt den Brotteig in den Smoker

Der Wunsch des älteren Herrn, der mit seinem Rollator in der Fußgängerzone von Lindweiler unterwegs war, konnte leider nicht erfüllt werden. „Legt mir doch bitte ein Rumpsteak mit drauf“, rief er augenzwinkernd den Mitarbeiterinnen des Lindweiler Treffs zu. Doch was der Passant für einen großen Party-Grill hielt, war in Wirklichkeit der Smoker, den die Diakonie Köln und Region zur Feier des Reformationsjahres aus Recyclingmaterial hatte fertigen lassen.

Seit Anfang Mai ist er auf Tour durch die Einrichtungen der Diakonie, und er ist nicht für die Zubereitung von Fleisch gedacht, sondern zum Brotbacken.

Teilen und genießen
Denn bei einem Fest mit Besuchern, Eltern und Kindern, Jugendlichen und Senioren, Nachbarn und Freunden rund um das Brot, dem Symbol für das christliche Abendmahl, soll der Blick auf das Wesentliche gelenkt werden: Brot gibt Kraft und stärkt, man kann es gemeinsam essen, teilen und genießen. Und weil das Teilen so ein wichtiger Aspekt ist, erhält jeder Besucher gleich zwei Brote: Eines ist für den eigenen Verzehr gedacht, das andere soll an Freunde, Bekannte oder Fremde weitergegeben werden – nehmen und geben eben.

Spezielles „Lutherbrot“
Dass es dabei nicht allzu „trocken“ zugehen muss, verrät bereits das Rezept für ein spezielles „Lutherbrot“, das den teilnehmenden Einrichtungen zusammen mit dem Smoker geliefert wird: „Außer Weizenmehl, Salz und Hefe kommen zum Beispiel Rosinen und Orangeat hinein“, erläuterte Anna Keul, Leiterin des Lindweiler Treffs, „das sind am Ende eher süße Weckchen“. Was sofort Proteste einer Besucherin auslöste: „Rosinen mag ich aber nicht.“ Keul konnte sie beruhigen: „Wir backen auch eine ganze Lage ohne Rosinen.“

Händewaschen nicht vergessen!
Die drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Lindweiler Treffs hatten bereits früh am Morgen vorgearbeitet, die Zutaten zusammengerührt und den Teig geknetet. Denn sie mussten sich noch mit dem Smoker vertraut machen, das Gerät auf die richtige Back-Temperatur vorheizen und die passenden Bleche auswählen. Immerhin konnten einige Kinder, die sich vor der Tür des Treffs zum Spielen versammelt hatten oder neugierig die eigens aufgestellte Bildergeschichte über Luthers Leben betrachteten, für das Formen der kleinen Brote gewonnen werden – Händewaschen aber nicht vergessen.

200 Brote für 30 Personen
„Wir backen etwa 200 Brote, denn heute trifft sich hier das Seniorennetzwerk, das sind schon mal mindestens 30 Personen. Außerdem kommen natürlich viele Leute eigens wegen dieser Aktion“, erklärte Anna Keul, die im Vorfeld kräftig für die Veranstaltung geworben hatte. Denn im Lindweiler Treff, der bis 2007 Begegnungszentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Pesch war, gibt’s auch zahlreiche Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Arbeitslose.

Eingeladen war jeder
„Der Smoker vor der Tür macht natürlich was her. Wir sind schon den ganzen Tag über darauf angesprochen worden. So kommen wir in Kontakt mit Menschen, die man normalerweise hier nicht sieht“, freute sich Julia Ecker, pädagogische Mitarbeiterin im Lindweiler Treff. Im Anschluss an die Back-Aktion feierte Pfarrerin Siegrid einen Gottesdienst zum Thema Brot im Saal der Einrichtung, danach ließen sich alle das Frischgebackene bei einer Tasse Kaffee oder Limo schmecken.

Weitere Stationen
Im August macht der Smoker im Sozialpädagogischen Zentrum in Kerpen Station, im September im Familienzentrum Kölnberg, in der Melanchthon-Akademie in der Kölner Südstadt, im Familienzentrum Bilderstöckchen und in der Kita Neue Kempener Straße sowie im Oktober in der Kita Burgenlandstraße.

Smoker kann gebucht werden
Der Smoker kann reserviert werden über den Google-Kalender des Diakonischen Werks Köln und Region, der auch für die Reservierung von Dienstwagen und Technik genutzt wird. Bei Fragen bitte an Simone Wagener wenden unter Telefon 0221/160 38-63 – auch wenn es um das Rezept zum Brotbacken oder um Material zum Reformationsjubiläum wie die Bilder-Geschichte zu Martin Luther geht.


Text: Hans-Willi Hermans
Foto(s): Hans-Willi Hermans

Author: pressestelle@kirche-koeln.de